Die Gefahren des akademischen Lebens

Einige Menschen kommen aus Regionen, in denen die Bevölkerung aufgrund von Verfolgung, bewaffneten Konflikten, Gewalt oder Menschenrechtsverletzungen vertrieben wurde, wie z. B. Syrien oder Irak. Andere, darunter Künstler, Intellektuelle oder Aktivisten, wurden von autoritären Regimen ins Visier genommen, so in der Vergangenheit in Uruguay und Chile, heute in der Türkei, Burundi und China. Ihre Situationen sind keine Einzelfälle. Im Jahr 2015 wurde der Archäologe Khaled al-Assad in der archäologischen Stätte von Palmyra (Syrien) vom Islamischen Staat gefoltert und öffentlich hingerichtet. Im Jahr 2020 wurden bei einem Terroranschlag auf dem Campus der Universität Kabul (Afghanistan) 35 Menschen getötet und 50 weitere verwundet. Indem dies offen gelegt und darüber gesprochen wird, kann ihre individuelle, von Schrecken und Überleben durchzogene Geschichte bezeugt werden. Während sie an der transnationalen Welt der Wissenschaft teilhaben, sind sie aufgrund von Kriegen oder autoritärer Unterdrückung unfreiwillig zu “Wissenschaftlern in Gefahr” geworden.

Kollegen in der Türkei berichten von ihrem zivilen Tod nach einer massiven Säuberung an den Universitäten im Jahr 2016 und dem darauffolgenden Arbeits- oder Ausreiseverbot, nicht unähnlich der Schließung der uruguayischen Universitäten im Jahr 1973. Andere erlebten die Zerstörung ihrer Arbeitsplätze oder Wohnungen in Xinjiang (China) oder Aleppo (Syrien).

Sie alle prangern die schweren Menschenrechtsverletzungen durch repressive Regime an, die keine Meinungsfreiheit dulden, von der Demokratischen Republik Kongo bis Venezuela.